Adventsimpuls 9. Dezember 2024

Irgendwann wurde auch Maria müde in dieser heiligen Nacht. Jesus war geboren, sie hatte ihn gestillt und in der Krippe mit Heu und Stroh zugedeckt, die Hirten waren wieder gegangen und ließen diese Botschaft da, dass Engel ihnen erschienen seien und die Geburt des Heilandes angesagt hätten. Josef schnarchte schon lange neben ihr, und auch hinter Maria lag ein langer, ereignisreicher und anstrengender Tag. Ganz still war es geworden in Bethlehem, nur der Wind pfiff leise durch die Ritzen Eine Bethlehemer Katze schlich noch durch die Gassen der Stadt und schlupfte schließlich durch die angelehnte Tür in den Stall mit der Krippe. Aufmerksam betrachtete sie das Kind, das darin lag – es schien zu schlafen. Auch seine Eltern waren längst in einen tiefen Schlaf gesunken, und auch Ochs und Esel, die unweit der Krippe sich ins Stroh gelegt hatten, hielten die Augen geschlossen und schienen in ihr tierisches Traumland entführt. Aber das Kind schien doch etwas zu zittern, das Heu und Stroh schützte nur sehr dürftig gegen den kalten Wind der Nacht, es machte die Augen auf und schien jeden Moment loszuweinen wegen der Kälte. Da hatte die Katze ein Einsehen, sprang mit einem Satz auf die Krippe, balancierte vorsichtig über das Kind und legte sich dann behutsam auf den Bauch des Kindes. Dabei gab es eine wohlige Wärme ab, ohne das Kind zu erdrücken.  Und leise schnurrte die Katze dem Kind dabei auch noch ins Ohr. Unter diesem melodischen Schnurren, gewärmt von der Katze, schlief das Jesuskind sogleich wieder ein.
Als einige Zeit später Maria aus ihrem Schlaf erwachte, sah sie im Schein der Öllampe, die Josef über Nacht nicht ausgelöscht hatte, die Katze, wie sie das Jesuskind wärmte. Da musste sie lächeln und strich der Katze behutsam über den Kopf: „Du bist doch ein gütiges, herzallerliebstes Tier“, sagte sie. „Du hast ein großes Herz!“ – Als es gegen Morgen langsam etwas wärmer wurde im Stall und der kalte Ostwind nachließ, sprang die Katze auf und schlich sich aus dem Stall. – Aber wer immer die Katze nach jener Nacht sah, entdeckte auf ihrem Kopf an der Stelle, die Maria in der Nacht gegrault hatte, ein Zeichen. Es sah aus wie ein M – M wie Maria. Denn auch die Katze hatte ein großes Herz bewiesen, wie es Maria immer für ihren Jesus hatte.
Und wenn du eine Katze siehst mit so einem M ins Fell eingezeichnet – dann möge sie dich an  das Wunder von Weihnachten erinnern. Und daran, wie schön das ist, wenn wir einander etwas Liebe und Wärme schenken in dieser kalten Welt. Darum ist Jesus Mensch geworden – das Wort fängt auch mit M an.
Übrigens: wir haben gerade mehrere solcher süßen Katzenwelpen – und sie tragen doch tatsächlich ein „M“ an ihrem Kopf!
Bleibt behütet!