Adventsimpuls 14. Dezember 2024
Er hatte nicht aufgegeben. Auch nicht nach der niederschmetternden Diagnose des Arztes, der seine Lebenszeit nun in Wochen und nicht mehr in Jahren zählen wollte. Und er kämpfte gegen die Krankheit an. Er machte weiter seine Späße. Er bewies manchmal auch ganz schön schwarzen Humor. Er gab nicht auf. Er rang der Krankheit unerwartete Monate noch ab. Aber er spürte auch, als es zu Ende ging. Er ließ sich nicht die Dankbarkeit nehmen für die Lebenszeit, die ihm insgesamt geschenkt worden war. Mit dieser Haltung machte er es auch seiner Familie leichter ihn auf diesem letzten Weg zu begleiten.
Hoffnung setzt Kräfte frei. Auch wenn sich dann vielleicht nicht alle Hoffnungen erfüllen: es lebt sich anders, besser, denke ich, wenn wir Hoffnung behalten, wenn wir Pläne machen, nach vorne schauen, das Schlimmste nie ganz ausschließen und doch vertrauen, dass es hoffentlich nicht so schlimm kommt.
Gestern fuhren viele Fahrzeuge durch Emmelsbüll und Horsbüll mit der einen Mission: in einer Zeit, die Menschen ganz schön traurig und ratlos und oft genug hoffnungslos zurücklässt, etwas Hoffnung zu machen: Licht, Weihnachtsmusik, bunt geschmückter Trecker, ein Weihnachtsmann, der Geschenke verteilt: das sind die Bilder, die uns guttun in dieser sorgenvollen Zeit.
Mich bauen immer wieder die Lichter in unserem Pastoratsgarten auf, die Wichtellichter, zahlreich im Garten verteilt, die gegen die Dunkelheit anleuchten. Mir machen die Menschen Hoffnung, die nicht resignieren angesichts der Not in der Welt, sondern etwas tun, Spenden sammeln, sich engagieren, und so Hoffnung verbreiten. Es ist nun mal besser ein Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen.
Meine Gedanken wandern zu den Menschen in der Ukraine. Der dritte Kriegswinter steht vor der Tür. Manchmal gibt es jede Nacht Beschuss. Kein Tag mehr ohne die Sorge um das eigene Leben und das lieber Menschen. Und dennoch ist Aufgeben keine Alternative. Und die Hoffnung dieser Menschen, die darf nicht sterben!
Heute Abend gibt es einen friesischen Gottesdienst in der Neugalmsbüller Kirche. Das Thema wird sein: Hoffnung. Mit einem echten Weihnachtsevergreen der Popgeschichte, an der Orgel intoniert, werden wir am Ende entlassen werden. Und selbst wenn ihr kein Wort friesisch versteht, werdet ihr aus dieser Hili Stünn bestimmt etwas mitnehmen können, was in euch Hoffnung weckt. Seid herzlich willkommen, Kirche Neugalmsbüll um 17.00 Uhr!
Und – bleibt behütet!