5. Tag der Passionszeit, 9. März 2025

Was für eine Versuchung – da nimmt der Teufel Jesus mit auf einen hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und bietet ihm an: Das alles will ich dir geben, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest. Alle Macht der Welt – der Teufel hat sie offensichtlich zu vergeben! Er hat scheinbar die Herzen der Mächtigen längst in Besitz genommen! Die teuflische Seite der Macht – welch teuflische Spiele Mächtige gerade spielen, das erleben wir hautnah in dem Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, in der sehr wandelbaren Rolle, die die Vereinigten Staaten momentan einnehmen. Deals eintüten statt wertebasierte Politik, die auf Fairness und Menschlichkeit setzt zu betreiben: der Teufel lässt grüßen! Macht übt Zwang aus. Jesus aber will nicht zwingen – er ringt darum jedes einzelne Herz zu gewinnen. Irdische Macht bedeutet ihm nichts. – Und da sind die anderen beiden Versuchungen, die Jesus auch noch bestehen muss: Steine in Brot zu verwandeln. Und sich von einem hohen Turm zu stürzen, denn was soll passieren, wo in der Bibel steht: „Der Herr hat seinen Engeln befohlen dich zu behüten.“ Aber auch diesen Versuchungen widersteht Jesus: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – und der Mensch soll Gott nicht versuchen, so kontert er dem Teufel. Und hat damit seine Rolle gefunden: nicht Superman, sondern Jesus ist so wie wir: Ganz und gar Mensch. Er will nicht mit einem Fingerschnipps alle Probleme der Welt wie den globalen Hunger lösen, indem er Steine in Brot verwandelt. Nein, er wird später seinen Freunden sagen: „Gebt ihr zu essen“, und sie erleben, dass sie zwar wenig nur haben, aber wenn sie bereit sind das zu teilen, reicht es für viel mehr als sie denken. Jesus will nicht über uns Menschen hinweg Lösungen vollziehen, sondern will uns zeigen, was wir tun können, damit es gerechter auf der Welt zugeht. Und er will nicht übernatürliche Kräfte in Anspruch nehmen wie Superman, der fliegen und dem auch ein Sprung von einem hohen Turm nichts schaden kann. Nein, Jesus verzichtet auf diese Übernatürlichkeit, diese göttlichen Eigenschaften, und präsentiert sich stattdessen als Mensch wie wir: er ist sterblich, verletzlich, lässt sich von einem Menschengericht zum Tode verurteilen – und ausgerechnet sein Gang ans Kreuz in den sicheren Tod wird zur Erlösung und Hoffnung für uns alle werden!
Es ist die Auseinandersetzung mit dem Teufel, die Jesus seinen Platz in der Welt finden lässt. Er geht davon ganz und gar als Mensch. Und kann doch Wunder tun, weil er von der göttlichen Liebe durchflutet ist, mit der auch wir als Nachfolgerinnen und Nachfolger von diesem Jesus die Welt zu einem besseren Ort machen können.
Mehr davon nachher im Gottesdienst in Emmelsbüll, Pastorat, Gemeindesaal, 11.00 Uhr – Gottesdienst mit Abendmahl! Bleibt behütet!