13. Tag der Passionszeit, 17. März 2025

Was für ein gigantisches Erlebnis am Wochenende: mit 1500 Sängerinnen und Sängern und wunderbaren Solistinnen und Solisten an der Aufführung des Musicals Martin Luther King mitwirken zu dürfen! Es war anstrengend, ja, am Freitag Abend die Generalprobe, am Samstag Vormittag das WarmUp und Einsingen, am Nachmittag und Abend dann die beiden Aufführungen. Das habe ich am Sonntag gemerkt, als ich nach meinen beiden Gottesdiensten und dem Mittagessen mir daheim nur mal eine kurze Mittagsstunde genehmigen wollte und auf einmal auf der Couch für zwei Stunden komplett weg eingedöst war. Aber es war ein mega Erlebnis! Die G.P.Joule-Arena so gut gefüllt bei beiden Aufführungen, abends gab es ja kaum noch einen freien Platz! Der herrliche Sonnenschein, den wir in den Pausen genießen konnten! Und das großartige Miteinander. Und was das Schönste war: ich konnte diese Songs immer wieder hören. Ich musste auch beim zweiten Mal wieder lachen bei der Szene, als Martin Luther King in die DDR einreiste und dem Grenzer, da er seinen Pass bei der amerikanischen Botschaft hatte abgeben müssen, die American Express-Karte vorlegte und ihm erklärte, dies sei eine Karte für besonders schnelle Einreise für amerikanische Staatsbürger. Aber ich bekam auch jedes Mal in einer der letzten Szenen Pippi in die Augen:  Als Rosa Parks, die damals den Busstreik initiiert hatte, und Coretta Kings, Martin Luther Kings Frau sich als nun schon alt gewordene Frauen wieder einmal treffen und Erinnerungen austauschen und Coretta von dem Kleid erzählt, das sie bei Martin Luther Kings Beerdigung trug, und die Plastikblumen zeigte, die er einen Tag vor seinem Tod ihr schenkte: Sie sollte etwas Bleibendes von ihm haben, dabei konnten beide da nicht ahnen, dass er am nächsten Tag sterben würde. 
Es war ein großes Erlebnis, auch, als wir alle 1500 Mitsängerinnen und Mitsänger vor der Aufführung ein Vater unser sprachen. Und es war die Aktualität der Handlung, die mich so mitriss: Wir alle Brüder und Schwestern. Menschenrechte dürfen nie nach Hautfarben aufgeteilt werden. Gleiche Rechte für alle, gleich welcher Herkunft und Nationalität. Ich verstehe nicht, dass momentan in so vielen Ländern ausgerechnet die Parteien so viel Zuspruch finden, die meinen, in der Abschottung und im Dichtmachen von Grenzen liege das Heil. Krieg, Klimakatastrophe, Armut, Flüchtlingsströme – das sind doch Herausforderungen, die die Weltgemeinschaft nur gemeinsam angehen kann. Es ist ein so großes Geschenk, dass in unserem Gospelchor Alteingesessene und Zugereiste, Menschen mit verschiedener Hautfarbe, verschiedener Einstellung zu Glauben und Religion, verschiedener Herkunft gemeinsam singen und zusammenkommen. Gleiche Rechte für alle in einer gastfreundlichen Welt – weil wir doch alle Gäste sind und Schwestern und Brüder mit Jesus, unserem Mitbruder. Bleibt behütet!