16. Tag der Passionszeit, 20. März 2025
Heute vor einer Woche waren wir in Hamburg im Musical Hercules! Das Musical erzählt die Geschichte von Hercules, der eigentlich Sohn des Göttervaters Zeus und Hera ist, aber aufgrund einer Intrige von dem Unterweltsgott Hades auf der Erde landet. Aber noch immer mit besonderen göttlichen Kräften ausgestattet, will er sich als Held beweisen um zurückkehren zu können in den Olymp. Er verliebt sich in Meg, verzichtet ihr zuliebe auf seine göttliche Kraft, besteht trotzdem allerhand Herausforderungen, die Hades ihm einbrockt, rettet schließlich unter Einsatz seines Lebens Meg und darf nach dem Ratschluss der Götter nun als Held auf den Olymp zurückkehren. Meg aber müsste er zurücklassen – und das will er nicht. Da verzichtet er lieber auf den Olymp und auf seine Unsterblichkeit, um dafür mit seiner geliebten Meg auf der Erde bleiben zu können. Dafür aber erstrahlt dann sein Bild, aus Sternen gefertigt, am Nachthimmel.
Tja, und so tauscht Hercules den Olymp gegen – die Liebe!
Bei diesem furiosen Schluss des Musicals muss ich an Jesus denken. Keine Disneygeschichte, sondern Glaubensgeschichte:
Weil Gott die Menschen, die Welt liebt, wird Jesus Mensch und kommt auf die Erde. Teilt das Leben der Menschen. Er wendet sich in Liebe den Menschen zu, heilt, vergibt. Und am Ende zeigt er seine ganze Größe, indem er sich ganz und gar ausliefert und aller göttlichen Macht entkleidet als Jammergestalt am Kreuz hängt: wehrlos, hilflos. Er nimmt auf sich Leiden, Schmerzen und Sterben.
Und tut das aus Liebe zu uns: um unsere Schuld zu tragen. Um uns Menschen auch im Tod nahe zu sein! Um uns Sterblichen Hoffnung zu geben, die Verheißung des ewigen Lebens! Denn sein Tod ist am Ende nicht das Ende, und so soll es auch mit unserem Tod sein. So wie Johannes schreibt: „Also hat Gott die Welt geliebt, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16).
Am Ende kehrt Jesus in den Himmel heim und bleibt doch auf der Erde: es ist der heilige Geist, der in uns wohnt, in dem Jesus bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. – Es ist eine andere Geschichte, aber auch eine Geschichte, die die Liebe schreibt, und eine wahre Geschichte noch dazu: Von Gott, der den Himmel aufgibt um bei uns auf der Erde zu sein. Der seine Göttlichkeit aufgibt um wahrer Mensch zu sein aus Liebe. Und der mit dieser Welt und uns Menschen aufs Engste verbunden bleibt. Er, Jesus, ist unser Morgenstern, unser Licht, unsere Hoffnung! – Bleibt behütet!