Adventsimpuls am 3. Dezember 2025
Gestern war der Kindergarten Neukirchen bei uns im Wichteldorf am Pastorat. Und ein Junge erklärte mir entschieden, er wolle erst einmal schauen, ob er wirklich Spuren entdeckt, die zeigen, dass es den Wichtel gibt. Oha! Da war einer skeptisch, und das ist ja auch nicht verkehrt! Leider habe ich ihn danach nicht noch einmal sprechen können, ob er etwas Verwertbares gefunden hat. Ich konnte ihm nur von meinen Wichtelerfahrungen erzählen: Kaum hat der Wichtel letzte Woche Einzug gehalten, passierten unerklärliche Dinge: Eine Steige mit Einweckgläsern stürzte laut klirrend von einem Stuhl, wo wir sie abgestellt hatten – und es war keiner in der Nähe. Sogar unsere Hunde, die ich gleich im Verdacht hatte, schauten ganz unschuldig! Unsere Weihnachtstürgirlande, die immer auf dem Speicher lagerte oder in der Garage – war auf einmal unauffindbar, als wir mit ihr unsere Tür am Pastorat schmücken wollten. Die erste Fuhre Kokosmakronen, die ich im Backofen backte, sind schwarz geworden, obwohl ich doch ständig nach ihnen geschaut hatte. Und die Lichter im Pastoratsgarten gehen aus und an, ohne dass man jemanden sieht, der sie drückt. Sind das nicht alles Hinweise, dass da ein Wichtel Schabernack treibt? Wer weiß, was noch alles passiert! Aber irgendwie entlastet es auch, wenn wir immer gleich rufen können: Das war nicht meine Schuld- das war der Wichtel! Und der arme Wichtel wird damit schon zurechtkommen. Er ist solchen Kummer gewohnt. – Und wisst ihr, was ich da denken muss: an Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus. Und er hat das doch ähnlich gemacht: er hat alle Schuld auf sich genommen. Er hat getragen und getragen, wo wir als noch redeten: „Ich kann doch nichts dafür!“ – „Was hätte ich schon tun können!“ – „Ich war das nicht!“ Er verteidigte sich nicht. Er ging sogar den Weg ans Kreuz. Und gab uns zu verstehen: „Ich nehm deine Schuld auf mich – und du sollst frei sein!“ – Versteht mich nicht falsch, Jesus ist völlig anders als diese Wichtel, die für Schabernack und Streiche stehen, klein und unsichtbar sind. Aber dass die Wichtel das Leben so schön geheimnisvoll machen und uns die Sinne für das Unerklärliche schärfen. Und dass sie uns mal zum Lachen bringen auch mitten in so einer stressigen Zeit wie der Adventszeit. Und dass sie uns entlasten, indem sie einfach auf sich nehmen und tragen. Ich glaube, daran hat Jesus 3 seine Freude...Vielleicht passt der Wichtel deshalb so gut zu Weihnachten dazu. Und – habt ihr auch gerade so einen Wichtel als Untermieter daheim? Bleibt behütet!