Adventsimpuls am 9.. Dezember 2025

Es war das große Highlight der Weihnachtsvorbereitung: Das Aussuchen des Christbaumes mit der ganzen Familie. Na ja, unsere Familie war nicht groß, meine Eltern, meine Schwester und ich fuhren in den Taunus, da, wo man Bäume aussuchen und sogar selber schlagen konnte. Mein Vater hatte seine Säge mit dabei, und dann stand die schwierige Entscheidung an: nicht zu klein sollte er sein, nicht zu groß durfte er sein, auf den Dachgepäckträger des Autos musste er auch noch passen, möglichst gerade gewachsen sein und und und. Es war ein besonderer Akt, bis wir uns alle auf einen Baum geeinigt haben. Der wurde dann auf dem Balkon gelagert und an Heilig Abend morgens zum gemeinsamen Schmücken in der Stube aufgestellt. Beim Schmücken lief immer diegleiche Radiosendung: „Das Christkind kommt“ bald hieß sie, und es wurde eine Weihnachtsgeschichte von Knuddel, dem allerärmsten Hund von ganz Zirngibelhausen (oder so ähnlich, den Namen den Dorfes weiß ich nicht mehr so ganz sicher) von dem Radiosprecher mit tiefer Stimme vorlesen – wir liebten dieses Ritual! – Meine Frau und ich behielten das Ritual weitgehend bei – na ja, auf der ersten Pfarrstelle brachte uns der Förster immer selber einen frisch geschlagenen Baum vorbei, auf der zweiten machten wir uns wieder Tage vor Weihnachten auf den Weg um selber in einem Waldstück am Edersee einen auszusuchen. Als die Kinder klein waren, schmückten wir heimlich in der Nacht vor Heilig Abend den Baum, der dann im Wohnzimmer bereit stand, später halfen die Kinder mit. So manche Kugel ging zu Bruch, einmal hing auch unser Hund im Baum drinnen und kippte ihn komplett um – viele schöne Erinnerungen ranken sich um diese Prozedur des Christbaumschmückens. – 
Gestern in den Tagesthemen wurde ein Unternehmer vorgestellt, der im Hamburger Raum Bäume fix und fertig liefert. Man beschreibt, wie er aussehen und geschmückt sein soll, und das Team kommt an und bringt Baum und passenden Baumschmuck mit, packt den Baum in den Ständer und schmückt ihn. Komplett-Service, nicht ganz billig, aber super für Firmen oder für Menschen, die sich nicht um das ganze Drumherum kümmern können (oder manchmal auch einfach nicht wollen). Super, dass es das Angebot heute gibt! Es ist vielleicht der zweitschönste Beruf (nach Pastor natürlich!), den ich mir vorstellen könnte, zumindest für einen Monat Hochkonjunktur: der Weihnachtsbaumschmücker, der jeden Tag nichts anderes macht als Augen zum Leuchten zu bringen, indem er Bäume weihnachtlich herrichtet. – Welche Erinnerungen habt ihr an das Weihnachtsbaumschmücken daheim? Oder was wäre euer zweitliebster Beruf nach Pastor? – Bleibt behütet!