Adventsimpuls am 11. Dezember 2025
Es ist eines der bekanntesten und beliebtesten Weihnachtslieder bei uns. Und während ich bei anderen Liedern im Dezember erst einmal brauche, um mich wieder auf den Wortlaut und die Reihenfolge der Strophen zu besinnen, klappt das mit diesem Weihnachtslied besonders leicht: drei Strophen, kurzer, eingängiger Text, das geht auch elf Monate, nachdem ich es zuletzt gesungen hatte. Ich meine das Lied: "Alle Jahre wieder". Der Textdichter ist Wilhelm Hey, ein Pfarrersohn, in Leina geboren, seine Eltern starben früh, er wuchs bei seinem Bruder auf, besuchte das Gymnasium in Gotha, studierte später selber Theologie und war dann erst Hauslehrer bei Nimwegen, dann Pfarrer in Töddelstädt bei Erfurt, schließlich Hofprediger in Gotha und Pfarrer und Superintendent in Ichtershausen. – „Alle Jahre wieder“ verpackt die Weihnachtsbotschaft in eine ganz einfache Sprache: Das Christuskind kommt. Es will unter uns, in unseren Häusern wohnen, mit seinem Segen ein- und ausgehen. Und es steht uns zur Seite, „still und unerkannt“. Oh ja, das ist so: Oft merken wir Gottes Wirken gar nicht, merken gar nicht, wie er Tränen mitweint, sich an unserem Lachen freut, uns anregt zu guten Taten, uns Kraft gibt an schweren Tagen durchzuhalten, uns den rettenden Besuch oder Anruf schickt, der uns weiterhilft. „Still und unerkannt“ – so wie wir manchmal in dieser Adventszeit liebevolle Kleinigkeiten den Nachbarn vor die Tür stellen oder an Weihnachten Geschenke unter den Tannenbaum legen, die uns nicht sofort als die Schenkenden verraten. So wie Bischof Nikolaus ja auch "still und unerkannt", oft in der Nacht, hier und da in seiner Gemeinde Wohltaten in die Häuser brachte, vor die Tür legte und Menschen so am neuen Morgen neue Hoffnung schenkte. – Wilhelm Hey hat nicht nur von dem Christuskind geschrieben, das „dir zur Seite∑ steht, sondern er hat Christentum mit Nächstenliebe auch gelebt. Er setzte sich ein für eine Hilfskasse für Handwerker, engagierte sich für Fortbildungsangebote für Handwerkslehrlinge, gründete ein Kinderheim, eine Art Kindergarten um Mütter zu entlasten, die arbeiten gingen. Gestorben ist Hey 1854 in Ichtershausen im Alter von 65 Jahren. Ach ja, und der Text eines anderen bekannten Liedes stammt auch aus seiner Feder: Weißt du, wieviel Sternlein stehen, das so wunderbar endet: Gott „kennt auch dich und hat dich lieb“. – Alle Jahre wieder, wenn die Adventszeit beginnt, gehört auch dieses Lied für mich unbedingt zu dieser Zeit dazu! – Bleibt behütet!