Der Regionenprozess stellt uns stetig vor neue Herausforderungen

Nein, die Veranstaltungen in Breklum rund um den „Regionenprozess“ in unserem Kirchenkreis sind nicht vergnügungssteuerpflichtig! Bis diesen Sommer muss unsere Region III – Gotteskoogsee mit den Kirchengemeinden Niebüll, Braderup-Klixbüll, Süderlügum-Humptrup, Neukirchen-Aventoft-Rodenäs und unseren Vier Bülls ein Konzept vorlegen, wie spätestens im Jahr 2030 die kirchliche Arbeit von dann nur noch maximal 3,5 Pfarrpersonen statt sechs bewerkstelligt werden soll mit einem Kirchenhaushalt, der stetig kleiner wird und jetzt wieder von diesem auf das nächste Jahr um satte 20% gekürzt wird. Warum? Weil die Kirchensteuereinnahmen wegbrechen, immer mehr Menschen austreten, die wirtschaftliche Situation in unserem Land ein Übriges tut, dass mit den Steuereinnahmen auch die Kirchensteuereinnahmen stetig weiter sinken. – Klar ist: mit den in Zukunft zu erwartenden Kirchensteuereinnahmen können wir in unserer Kirchenregion nur noch einen kleineren Teil unserer aktuell 13 Kirchen erhalten und bewirtschaften, sprich mit Strom, Heizung, nebenamtlichen Küstern und Organisten ausstatten....Das gleiche gilt für die bestehenden Pastorate, die auch reduziert werden müssen. Auch die Kirchenbüros müssen wir zentralisieren und sämtliche Ausgaben auf den Prüfstein stellen. So wie es war, wird es nicht mehr weitergehen! – Wie soll es weitergehen? Wir suchen nach Kooperationspartnern, etwa für unsere Kirchen: Menschen, Institutionen, Gemeinden, Vereine, die sich vorstellen könnten uns bei der Herkulesaufgabe, unsere Kirchen zu erhalten zu unterstützen. Sonst bekommen wir das nicht mehr hin. Wir brauchen vor Ort Menschen: die ihren Kirchengemeinden die Treue halten, die nicht auch noch austreten, sondern Lust haben kirchliches Leben in schwierigen Zeiten vor Ort mitzugestalten, Ideen zu entwickeln, sich einzubringen. Wir brauchen  Lobbyarbeit für Kirche und Glaube: wie sähe unsere Gesellschaft aus ohne Religion, ohne christlichen Glauben, ohne die Botschaft von Jesus, die Hoffnung über den Tod hinaus, die Lehre der unverbrüchlichen Solidarität mit Armen und Schwachen, die Liebe, die allen Menschen gilt, den Glauben an Gott, der alles Leben einzigartig gemacht hat und für unendlich wertvoll erklärt? Übrigens: ich bin nicht glücklich mit dem Kirchensteuersystem in Deutschland, gerade auch damit nicht glücklich, dass auch auf Erträge erneuerbarer Energie oder Landerträge – das betrifft viele unserer Landwirte – Kirchensteuer anfallen. Aber dass wir momentan so Probleme mit rapide sinkenden Einnahmen haben, hat auch mit einer großartigen Seite dieses Steuersystems zu tun: es belastet die, die einen ganz ordentlichen Verdienst haben, es belastet die noch mehr, die größere Einkünfte, Einnahmen, Kapitalerträge haben, aber dafür lässt es die kostenfrei der Kirche angehören, die noch nichts (Kinder, Jugendliche), gerade nichts oder wenig (Menschen ohne Arbeit oder in geringfügigen Arbeitsverhältnissen) oder nichts mehr (Rentnerinnen und Rentner) an Arbeitsentgelt beziehen (die Kirchensteuer ist ja an die Einkommenssteuer geknüpft, beträgt davon 9%). Viele Kirchenmitglieder müssen daher gar keinen Beitrag zahlen!  
Was denkt ihr über die Kirchensteuer, über die Zukunft von unseren Kirchengemeinden, habt ihr Ideen, was helfen kann unsere so schönen und geschichtsträchtigen Kirchen weiter zu unterhalten, unsere kirchliche Arbeit vor Ort gut zu gestalten unter neuen Bedingungen? Wir brauchen eure Ideen und Anregungen und eure Man- und Womanpower! Meldet euch gerne mit Anregungen bei mir, eurem Pastor, oder unseren Kirchengemeinderäten, persönlich, per Mail oder am Telefon. Wir freuen uns auf einen Austausch! Und – bleibt behütet! Und vielen Dank, dass viele von euch noch unseren Kirchengemeinden angehören: wir brauchen euch sehr! Bleibt behütet!