Heute vor 76 Jahren wurden die Menschenrechtsartikel der Vereinten Nationen verabschiedet. Lesen wir doch einfach mal rein:
Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Artikel 3: Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Wenn ich in die Welt hinausschaue, frage ich mich: Sind wir wirklich mit Vernunft und Gewissen begabt? Warum dann diese Kriege, dieser Hass, all das Mobbing im Netz?!
Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit – wie können wir, wie kann fast die ganze Welt dann zuschauen, wie ein Land zerbombt wird und nicht wenige Länder den Diktator, der die Befehle dazu gibt, noch hofieren?
Geist der Brüderlichkeit. Das ist nicht nur frommes Gerede! Liebe Schwestern und Brüder! Das ist der Markenkern von Weihnachten: Gott wird Mensch, um unser Bruder zu sein und uns einander als Schwestern und Brüder erkennen zu lassen. Wann leben wir endlich so?
Noch eine chassidische Geschichte dazu:
Ein Meister fragte seine Schüler: „Könnt ihr mir sagen, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt?“ Einer glaubte es zu wissen: „Vielleicht dann, wenn man von der Ferne einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“ „Nein“, antwortete der Meister.
„Wenn man einen Dattelbaum von einem Feigenbaum unterscheiden kann!“, glaubte ein anderer Schüler zu wissen.
Es kamen mehrere Antworten, die der Meister alle verneinte. Schließlich sagte er:
„Nun gut, ich will es euch verraten. Der Tag beginnt dann, wenn ihr in das Gesicht eines Menschen blicken könnt und euren Bruder oder eure Schwester darin erkennt. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.“
Also – wann endet die Nacht? Es liegt auch an dir – es liegt auch an mir! Bleibt behütet!
Foto: Helmut Wehking