Bannerbild | zur Startseite Bannerbild | zur Startseite
Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

35. Tag der Passionszeit, 19. März 2024

35. Tag der Passionszeit, 19. März 2024 (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: 35. Tag der Passionszeit, 19. März 2024

In der Frauenhilfe meiner früheren hessischen Gemeinde trafen sich Frauen jeden Mittwoch zu Andacht, Gespräch, und oft genug auch zu einer Tasse Kaffee mit etwas Kuchen dabei. So tun sie es immer noch. Dabei entstanden enge Bindungen. Und wenn dann jemand länger krank war und ausfiel, gab es so gut wie immer andere Frauen, die sie besuchten, anriefen, Grüße der Frauenhilfe überbrachten, fragten, ob sie etwas tun könnten, und auch für sie beteten. Es war wie eine große Familie, und jede wusste sich für die anderen mit verantwortlich. Und wenn wir auf Fahrt gingen – und zwei größere Fahrten unternahmen wir eigentlich jedes Jahr – wurde viel versucht damit auch die, die sich so eine Busfahrt eigentlich nicht mehr zutrauten, doch mitfahren konnten: Ich helfe dir, ich hake dich unter, ich stell dir den Rollator in den Bus-Kofferraum, komm doch mit! So verabredeten die Frauen sich untereinander. So sollte Gemeinde doch auch irgendwie sein, oder? –
In der Bibelgeschichte der diesjährigen Aktion: Sieben Wochen ohne Alleingänge sind wir in der sechsten Woche angelangt. Die Geschichte bei Johannes, Kapitel 19, erzählt von Jesu Kreuzigung. Einige stehen sehr verloren unter seinem Kreuz. Auch zwei ganz besondere Herzensmenschen für Jesus: Seine Mutter Maria und „der Jünger, den Jesus lieb hatte“. Bis heute wird gerätselt, wen der Evangelist damit meint: sich selber vielleicht? Ist es Johannes? Oder ist es gar keine historische Person, sondern sollen sich die Leserinnen und Leser alle in diesem Jünger wiederfinden, weil Jesus uns alle doch lieb hat? Auf jeden Fall stehen beide so traurig unter dem Kreuz, und Jesus sagt mit der ihm gerade noch verbliebenen Kraft in der Stimme, kurz bevor er stirbt: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Und siehe, das ist deine Mutter!“ Und so weist er die beiden aneinander. Weder seine Mutter noch dieser Jesus so wichtige Jünger sollen jetzt alleine bleiben. Sie sollen einer für den anderen Verantwortung übernehmen, so wie es Jesus für beide gerne weiter getan hätte. Sie sollen einander trösten, und an Ostern sollen sie einander versichern, dass es wahr ist, was sie gesehen und gehört haben: dass Jesus wirklich lebt und auferstanden ist! Sie werden einander anvertraut von Jesus selber.
Kirche Jesu Christi ist so viel mehr als ein Gebäude, in das ab und an Menschen gehen und sich dort zum Gottesdienst oder einer Veranstaltung treffen. Gemeinde Jesu Christi ist so viel mehr als der zufällig selbe Ort, an dem Menschen, die an Gott glauben, wohnen. Gemeinde Jesu Christi ist, wo Menschen nicht genetisch verwandt und doch Familie sind. Wo Menschen zusammengehören und Verantwortung füreinander übernehmen, damit niemand so alleine bleibt. Wo Menschen gemeinsam auf der Spur Jesu bleiben und sich gegenseitig anfeuern, motivieren, stark machen für echte Jüngerschaft.
„Das ist dein Sohn – das ist deine Mutter!“ So sagt es Jesus. Die letzte zeichenhafte Handlung, bevor er stirbt. 
Als meine große Tochter das erste Mal ohne uns Eltern und ohne Reisegruppe in Urlaub fuhr, sagte ich ihr: wenn etwas ist, suche die Kirchengemeinde vor Ort auf. Die werden dir helfen! Und wenn ich hier Menschen zum Geburtstag besuche, höre ich oft von Kegelschwestern, Skatbrüdern oder einfach Nachbarn, die nach jemandem sehen, gerade jetzt im Alter, und die schon mal anbieten: Ich fahre nach Niebüll, brauchst du was, oder willst du bei mir mitfahren? – Da sind sie, die Mütter, die Söhne, die Schwestern und Brüder, nicht genetisch verwandt und doch verwandt, sogar noch viel enger. Wir nennen es Freundschaft oder auch: Gemeinde! – Bleibt behütet! 
Foto: Letztes Jahr auf der Fahrt der DRKs Emmelsbüll-Horsbüll und Neugalmsbüll und der Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll auf Hallig Hooge war auch eine schöne Gemeinschaft, wo jeder nach dem anderen sah …

LOSUNG
DES TAGES

Losung für heute:

Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, sodass du erfahren sollst, dass ich der HERR bin.
Hesekiel 16,62

So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
Römer 9,16

© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine

Weitere Informationen finden Sie hier