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14. Tag der Passionszeit, 27. Februar 2024

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Obwohl seine Heimat Südtirol, wo er wohnte, längst zu Italien gehörte, sollte er im September 1944 mit 80 anderen Südtirolern zum Militärdienst bei der SS im westpreußischen Konitz eingezogen werden. Und man verlangte von ihm den Eid auf den Führer. Er weigerte sich. Seine Kameraden erschraken und beredeten ihn: er habe doch Frau und einen kleinen Sohn, Albert mit Namen, der erst ein Jahr alt ist. Wenn er den Eid nicht leiste, werde er hingerichtet, das könne er seiner Familie doch nicht antun. Er aber entgegnete: „Wenn nie jemand den Mut aufbringt, denen zu sagen, dass man mit dem System nicht einverstanden sein kann, dann wird sich das System nie ändern.“
Er kam ins SS-Strafvollzugslager Danzig und sollte im Februar 1945 nach Dachau gebracht werden. Den Transport überlebte er nicht, geschwächt von Hunger. Seine Frau sagte später, sie habe ihrem Mann den Entschluss, den Eid auf den Führer zu verweigern, nie übel genommen, im Gegenteil, sie habe ihn dafür bewundert: Er wenigstens habe den Mut gehabt zu tun, was er tun musste, und sei sich bis zuletzt treu geblieben.
Die Rede ist von Josef Mayr-Nusser. An ihn möchte ich heute erinnern. Bei Christian Feldmann im Buch: Kämpfer, Träumer, Lebenskünstler fand ich die Infos zu seiner Vita. Noch müssen wir nicht unser Leben aufs Spiel setzen um unsere Stimme für Freiheit, Menschlichkeit, Demokratie, Toleranz zu erheben. Noch können wir frei unsere Meinung sagen, unseren Glauben leben. Noch leben wir hier in Frieden. Dass niemand mehr hier bei uns einen Eid auf einen kriegswütigen, die Menschlichkeit verachtenden Führer leisten muss. Und dass niemand mehr von Frau und Kind getrennt eines Hungertodes sterben muss, weil er mit aufrechtem Gang einem Tyrannen die Stirn bietet und sich nicht verbiegen lässt. Dafür müssen wir heute Vorsorge treffen. Weil es übermorgen oder vielleicht morgen schon zu spät sein kann!

LOSUNG
DES TAGES

Losung für heute:

Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, sodass du erfahren sollst, dass ich der HERR bin.
Hesekiel 16,62

So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.
Römer 9,16

© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine

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